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24.05.2003 hallo mein böses tagebuch, also diese woche war eigentlich total ereignislos. es war so langweilig, dass es sich nicht gelohnt hätte, für jeden tag was zu schreiben. deswegen werd ich die einzelnen ereignisse, die doch irgendwie lustig waren hier mal zusammenfassen. am
montag hab ich mit gustav* und nina die festbänke von seiner party zum
toom getränkemarkt zurückgefahren. das war zwar nicht ganz so lustig wie
das abholen, denn da musste ich mich hinten in den kofferaum zu den
bänken legen, und die gestapelten garnituren festhalten, damit sie nicht
umfallen. das war sehr lustig, vor allem wenn man bedenkt dass ich in so
mancher rechtskurve beinahe von bierbänken und -tischen erschlagen worden
wäre. zum glück lag im kofferaum so ein klappkorb rum, den ich
kurzerhand als helm zweckentfremdete. ich hätte auch gerne gewusst, was
die autofahrer gedacht haben, wenn in der kurve auf einmal ein paar beine
und hände vom boden des kofferaumes auftauchten um den kollaps des
statisch etwas instabilen turmes aus schief gespalten garnituren
festzuhalten. naja, aber wie gesagt, wir haben die bänke dann noch so ca.
5 min. vor ladenschluss zurückgebracht. just in time. danach sind wir mit
gustav* noch ein bisschen durch die gegend gegurkt. der beifahrersitz war
noch nach vorne weggeklappt, weil in dem beschuerten opel mal wieder was
am sitz kaputt gegangen ist. aber egal, ist ja nur ein geschäftswagen. so
haben nina und ich im fond gesessen und beinfreiheit wie in einem maybach
genossen. zum glück hat gustav* immer einen halben kasten bier im auto
verstreut und ein paar chips haben wir auch gefunden. also haben nina und
ich uns noch etwas durch die gegend kutschieren lassen, lecker bier
getrunken und die restlichen knabbersachen die wir bei unserer session um
fünf uhr morgens nach der party nicht gepackt haben vertilgt. irgendwie
hatte es was elitäres. ich hab mir dann überlegt, ob ich mir nicht
vielleicht doch so einen maybach bestellen sollte. ich habs ja die ganze
zeit nur nicht gemacht, weil ich den neid meiner freunde nicht ertragen
wollte... am dienstag bin ich mit alex trotz tagelangen regens eine biketour durch den wald gefahren. als ich zurück kam, sah ich aus wie als hätte ich die masern und mein rad hatte irgendwie auch seine schöne schwarze farbe gegen eine schlammige, stinkende braune getauscht. ich war so dreckig, dass ich alle klamotten im waschkeller ausgezogen habe und dann direkt in mein zimmer in die dusche bin. alleine der matsch in meinem gesicht und auf meinen waden hat eine solche dreckspur hinterlassen, dass sich meine mutter drüber aufgeregt hat. am mittwoch wurde ich nach feierabend (der moment des tages an dem ich wohl am leichtesten reizbar bin) am frankfurter hauptbahnhof von so einer verrückten tussi angesprochen. "wie sieht es mit ihnen und gott aus?" hat sie mich gefragt. "welchen gott genau meinen sie?" wollte ich ganz cool entgegnen, aber mein gegenüber war mit allen rhetorischen wassern gewaschen, denn scheinbar hatte sie mit dieser antwort gerechnet. "na, dem einen gott und seinem sohn jesus. wie ist ihre beziehung zu gott? ist alles im reinen wenn bald der tag der abrechnung kommt?" sie ließ einfach nicht locker. "hör mal, wenn du deinem lieben gott in nicht all zu naher zukunft begegnen willst, schlage ich vor dass du aus meinem blickfeld verziehst und den nächsten belästigst, ok?" aber sie war eine harte nuss und gab keine ruhe. "das hilft ihnen nicht weiter. nächstenliebe ist der schlüssel zu einem reinen gewissen, und nur damit können sie in gottes reich..." "hier! schluss jetzt! abflug! ich hab seit dem krippenspiel damals im kindergarten nichts mehr mit jesus am hut gehabt und selbst da habe ich nur den esel gepielt! so, und jetzt basta! wenn ich mich einer kirche auch nur auf 10 meter nähere habe ich das gefühl ein komisches elektrisches brummen zu hören und fühle mich wie als wenn ich gleich vom blitz getroffen werden würde." ich setzte meine kopfhörer wieder auf und drehte die musik so laut, dass sie sie auf keinen fall überhört haben konnte. ich sah noch ein bisschen zu, wie sie zur musik von "karma to burn" die lippen vor mir bewegte und konnte sogar ab und zu ein paar wörter von ihren lippenbewegungen ablesen. lippenlesen ist eine feine sache, sollte ich vielleicht mal etwas üben. irgendwann schüttelte sie verständnislos ihren kopf und setzte ihre missionarsarbeit beim einem bänker im anzug mit geschmackloser krawatte, handy und laptop fort. das wiederum freute mich und hob meine stimmung doch wieder etwas. am freitag war ich mit alex, eva, kathrin, frank, marcel, noch ner alex und tine in der unsagbar, drum 'n bass abend. war eigentlich auch ganz lustig, aber allerdings auch ohne besondere vorkommnisse, bis auf die heimfahrt. marcel hat frank vor seiner wohnung abgesetzt und ich wollte gerade von hinten nach vorne steigen und hielt mich am türrahmen fest. bad idea! grobmotoriker frank schlug in diesem moment die tür mit einer wucht zu als wollte er eine panzerluke schließen. ein stechender schmerz durchzuckte meine finger, vor allem meinen mitterlfinger. der nagel ist jetzt etwas blau und der finger ist irgendwie auch dicker als die restlichen und etwas taub. naja, mal sehen was noch draus wird. hoffentlich gehts nicht so aus wie damals bei marcel, der sich den finger auf rock am ring in einer bustüre eingequetscht hat. aber das ist eine andere geschichte... also,
bis demnächst, mein böses tagebuch ( * = name wegen spendenaffäre geändert)
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